Wissen und Mythen

Was hilft gegen Kater? Was wirklich wirkt und was nur ein Mythos ist

Der Kopf pocht, dir ist übel, und der Tag ist gelaufen, bevor er begonnen hat. Gegen den Kater kursieren unzählige Hausmittel, doch die meisten halten dem Faktencheck nicht stand. Hier erfährst du, was gegen Kater tatsächlich hilft, was reine Legende ist und wie du am besten schon vorher vorbeugst.

Bier auf einem Fest, der häufigste Auslöser für einen Kater am nächsten Tag
Ein feuchtfröhlicher Abend, ein schwerer Morgen. Gegen den Kater hilft vor allem eins: Zeit.

Kurz gesagt

Den Alkoholabbau selbst kann kein Mittel beschleunigen, das schafft nur deine Leber mit der Zeit. Lindern lassen sich die Beschwerden aber sehr wohl: Wasser und salzige Kost gleichen den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust aus, Ruhe und Schlaf helfen dem Körper. Vom Konterbier ist dringend abzuraten. Am besten wirkt Vorbeugen, also weniger trinken, langsamer trinken und zwischendurch Wasser.

Was ist ein Kater überhaupt?

Der Kater, medizinisch Veisalgia genannt, ist die Sammlung unangenehmer Symptome, die einige Stunden nach dem Trinken auftreten, meist am nächsten Morgen. Verantwortlich ist nicht eine einzelne Ursache, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Prozesse, die der Alkohol im Körper anstößt.

Alkohol wirkt harntreibend, dein Körper scheidet also mehr Flüssigkeit aus, als du zu dir nimmst. Mit dem Wasser gehen auch wichtige Mineralstoffe verloren, die sogenannten Elektrolyte. Dazu kommt, dass beim Abbau von Alkohol das Zwischenprodukt Acetaldehyd entsteht, ein Zellgift, das den Körper zusätzlich belastet. Auch der Schlaf leidet, denn Alkohol stört die erholsamen Tiefschlafphasen.

Die typischen Symptome

Kopfschmerzen

Der Flüssigkeitsmangel und die erweiterten Blutgefäße führen zum typischen Pochen im Kopf.

Übelkeit

Alkohol reizt die Magenschleimhaut und regt mehr Magensäure an, das schlägt auf den Magen.

Müdigkeit

Der gestörte Schlaf und die Belastung des Körpers machen schlapp und wenig leistungsfähig.

Schwindel und Durst

Trockener Mund, Schwindel und ein starkes Durstgefühl sind Zeichen des Wassermangels.

Was hilft wirklich gegen Kater?

Vorweg das Wichtigste: Kein Mittel und keine Methode kann den Abbau des Alkohols im Blut beschleunigen. Die Leber übernimmt rund 90 Prozent der Entgiftung, und ihr Arbeitstempo von etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde lässt sich nicht antreiben.[[1]](#q1) Alles, was du gegen den Kater tun kannst, zielt deshalb darauf ab, die Symptome zu lindern, während dein Körper die Arbeit erledigt. Und das funktioniert.

1. Viel Wasser trinken

Weil Alkohol dem Körper Flüssigkeit entzieht, ist Nachschub das Naheliegendste. Trinke über den Abend verteilt und am nächsten Morgen reichlich Wasser oder ungesüßten Tee. Das füllt den Flüssigkeitsspeicher wieder auf und lindert Kopfschmerzen und Durst.

2. Elektrolyte auffüllen

Mit dem Wasser verliert der Körper auch Salze und Mineralstoffe. Genau die gibst du ihm mit salzigem Essen zurück. Eine kräftige Brühe, eine salzige Suppe oder der klassische Rollmops sind hier keine bloßen Hausfrauentipps, sie gleichen tatsächlich den Mineralstoffverlust aus.[[1]](#q1)

3. Leichtes Essen für den Magen

Wenn der Magen mitspielt, hilft eine leichte Mahlzeit. Zwieback, Haferbrei, Banane oder eine milde Suppe belasten den gereizten Magen nicht und liefern etwas Energie. Schweres, sehr fettiges Essen kann den ohnehin gereizten Magen dagegen zusätzlich fordern.

4. Ruhe und Schlaf

Schlaf beschleunigt den Alkoholabbau zwar nicht, aber er gibt dem Körper die Erholung, die er nach einer durchzechten Nacht braucht. Wenn du kannst, gönn dir den Vormittag im Bett.

5. Frische Luft

Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft macht den Kopf klarer und tut dem Kreislauf gut. Erwarte aber kein Wunder: Der Alkohol wird dadurch nicht schneller abgebaut, du fühlst dich nur vorübergehend etwas wohler.

Vorsicht bei Schmerzmitteln. Greif nach einer durchzechten Nacht nicht zu Paracetamol. Alkohol und Paracetamol werden vom selben Enzym in der Leber abgebaut, das belastet das Organ zusätzlich und kann schädlich sein. Das weist die BZgA-Kampagne ausdrücklich hin.[[2]](#q2) Wenn du ein Schmerzmittel brauchst, sprich das im Zweifel mit deiner Apotheke oder deiner Ärztin ab.

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Schätzung auf Basis der Seidl-Formel und der üblichen Alkoholmengen pro Getränk. Der Rechner ersetzt keine ärztliche Einschätzung und ist keine Aussage über deine Fahrtüchtigkeit. Wie viel Promille du hast und wann du wieder nüchtern bist, zeigt dir der Promillerechner.

Die häufigsten Kater-Mythen im Faktencheck

Rund um den Kater ranken sich zahlreiche Tipps, die den Alkohol angeblich schneller aus dem Blut befördern. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nennt sechs davon, die schlicht nicht funktionieren.[[1]](#q1)

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Starker Kaffee macht wieder nüchtern.

Kaffee macht wach, aber nicht nüchtern. Am Blutalkoholwert ändert er nichts. Er kann dich sogar täuschen, weil du dich fitter fühlst, als du bist.

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Eine kalte Dusche vertreibt den Kater.

Danach fühlst du dich vielleicht wacher, der Alkohol im Blut bleibt aber unverändert.

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Alkohol lässt sich ausschwitzen.

Falsch. Der Alkohol ist bereits im Blut und muss von der Leber abgebaut werden. Sport hilft dabei nicht.

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Ein Nickerchen macht wieder frisch.

Schlaf tut gut, beschleunigt den Entgiftungsprozess in der Leber aber nicht.

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Das Konterbier hilft gegen den Kater.

Davon ist dringend abzuraten. Noch mehr Alkohol belastet die Leber zusätzlich und verschiebt das Problem nur nach hinten.

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Fettiges Essen am Morgen baut Alkohol ab.

Eine fettige Mahlzeit vor dem Trinken kann die Aufnahme etwas verlangsamen. Ist der Alkohol aber erst im Blut, hilft auch das deftigste Frühstück beim Abbau nicht mehr.

Wie kann man einem Kater vorbeugen?

Der wirksamste Schutz vor einem Kater beginnt lange vor dem ersten Symptom. Diese Regeln senken die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass du am nächsten Morgen leidest.

Vor und beim TrinkenWarum es hilft
Vorher etwas essenEine Grundlage im Magen verlangsamt die Aufnahme des Alkohols ins Blut.
Langsam trinkenWer sein Glas hinunterschüttet, wird von der Wirkung überrascht und trinkt oft mehr.
Wasser zwischendurchEin Glas Wasser zwischen den alkoholischen Getränken beugt dem Flüssigkeitsmangel vor.
Runden auslassenNicht jedes angebotene Glas muss angenommen werden. Pausen halten die Menge niedrig.
Auf Trinkspiele verzichtenTrinkspiele und Flatrate-Partys treiben die Menge in kurzer Zeit nach oben.
Der einzige sichere Schutz. Ganz ohne Kater kommst du nur davon, wenn du wenig oder gar keinen Alkohol trinkst. Je weniger du trinkst, desto milder fällt der nächste Morgen aus. Alkoholfrei ist immer die gesündeste Wahl.

Kater oder Alkoholvergiftung? Wann es ernst wird

Ein normaler Kater ist unangenehm, aber harmlos und klingt von selbst wieder ab. Es gibt jedoch Warnzeichen, bei denen es sich nicht mehr um einen einfachen Kater handelt, sondern um eine mögliche Alkoholvergiftung. Dann ist schnelle Hilfe nötig.

Wähle im Notfall den Notruf 112, wenn eine Person nach Alkoholkonsum sich nicht mehr wecken lässt oder das Bewusstsein verliert, sehr langsam oder unregelmäßig atmet, wiederholt erbricht, ohne wach zu werden, eine kalte, blasse oder bläuliche Haut hat, oder Krampfanfälle zeigt. Lass eine stark betrunkene Person nie allein und bring sie in die stabile Seitenlage.
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Häufige Fragen

Was hilft am schnellsten gegen einen Kater?+

Am wirksamsten ist die Kombination aus viel Wasser, etwas Salzigem zum Ausgleich der Mineralstoffe und Ruhe. Den Alkoholabbau selbst kann nichts beschleunigen, aber diese Maßnahmen lindern Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwächegefühl spürbar.

Was hilft gegen Übelkeit nach Alkohol?+

Trinke in kleinen Schlucken stilles Wasser oder milden Tee und iss leichte, magenschonende Kost wie Zwieback oder Haferbrei, sobald der Magen es zulässt. Meide fettiges Essen und weiteren Alkohol. Hält die Übelkeit lange an oder kommt starkes Erbrechen dazu, hol ärztlichen Rat ein.

Hilft ein Konterbier gegen den Kater?+

Nein. Von einem Konterbier ist dringend abzuraten. Noch mehr Alkohol belastet die Leber zusätzlich und verschiebt den Kater nur, statt ihn zu beheben. Die Beschwerden werden dadurch am Ende eher schlimmer.

Kann man den Alkoholabbau beschleunigen?+

Nein. Weder Kaffee, kalte Duschen, Sport noch fettiges Essen ändern die Abbaugeschwindigkeit. Die Leber baut Alkohol mit rund 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde ab, und dieses Tempo lässt sich nicht steuern. Nur Zeit hilft. Wie lange das genau dauert, erfährst du im Ratgeber zum Alkoholabbau.

Wie beugt man einem Kater am besten vor?+

Iss vor dem Trinken etwas, trinke langsam und schiebe zwischen den alkoholischen Getränken immer wieder ein Glas Wasser ein. Vor allem aber gilt: je weniger Alkohol, desto milder der nächste Morgen.

Warum ist der Kater bei manchen Getränken schlimmer?+

Neben der reinen Menge Alkohol spielen auch Begleitstoffe eine Rolle. Dunkle, stark aromatische Getränke enthalten mehr solcher Stoffe als klare. Entscheidend bleibt aber, wie viel reinen Alkohol du insgesamt getrunken hast.

Rashmi Khanna, Redakteurin bei meinpromille.de

Erstellt und geprüft von

Rashmi Khanna

Redakteurin für Gesundheits- und Verbraucherthemen

Rashmi schreibt bei meinpromille.de über Gesundheitsthemen rund um Alkohol und Körper. Für diesen Ratgeber hat sie die Aussagen zu Katersymptomen, Hausmitteln und der Warnung vor Paracetamol an den Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geprüft.

Quellen

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Kampagne Alkohol? Kenn dein Limit: Was hilft gegen Kater? Die sechs größten Irrtümer. kenn-dein-limit.de
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Hinweis zur Wechselwirkung von Alkohol und Paracetamol, Kampagne Alkohol? Kenn dein Limit. kenn-dein-limit.de
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Gesundheitsinformationen zu Alkohol und Schlaf. gesundheitsinformation.de

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

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