Ratgeber

Promillegrenzen in Deutschland: Der komplette Überblick

0,0, 0,5 oder 1,1 Promille? Welche Grenze für dich gilt, hängt davon ab, wie alt du bist, wie lange du den Führerschein hast und womit du unterwegs bist. Hier findest du alle Promillegrenzen mit ihren Folgen.

Autoschlüssel neben einem Glas Bier – Promillegrenze beim Autofahren
Schon wenige Getränke entscheiden darüber, ob du noch fahren darfst.

Kurz gesagt

Für die meisten Autofahrer gilt die 0,5-Promille-Grenze. Fahranfänger in der Probezeit und alle unter 21 müssen bei 0,0 ‰ bleiben. Ab 1,1 ‰ ist das Fahren eine Straftat. Auf dem Fahrrad liegt die Straftatgrenze bei 1,6 ‰.

Alle Promillegrenzen auf einen Blick

Promille
Gilt für
Folge
0,0
Probezeit und unter 21
Bußgeld, ein Punkt, längere Probezeit
0,3
Bei Ausfallerscheinungen
Kann eine Straftat sein
0,5
Alle Autofahrer
Ordnungswidrigkeit mit Fahrverbot
1,1
Alle Autofahrer
Straftat, Führerschein weg
1,6
Auch Radfahrer
Straftat, meist mit MPU

0,0 Promille: Fahranfänger und unter 21

Wer sich in der Probezeit befindet oder jünger als 21 Jahre ist, darf beim Fahren keinerlei Alkohol im Blut haben. Diese strikte Null-Promille-Grenze ist in § 24c StVG geregelt und gilt unabhängig davon, ob du dich fit fühlst.

Ein Verstoß kostet 250 Euro, einen Punkt in Flensburg und führt zu einem Aufbauseminar sowie einer Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre. Auch Restalkohol vom Vorabend zählt, was gerade am Morgen zur Falle wird.

0,3 Promille: relative Fahruntüchtigkeit

0,3 ‰ ist keine feste Grenze, sondern eine Schwelle. Ab diesem Wert kann das Fahren zur Straftat werden, wenn sogenannte Ausfallerscheinungen dazukommen, etwa Schlangenlinien, eine auffällige Fahrweise oder ein Unfall. Man spricht dann von relativer Fahruntüchtigkeit nach § 316 StGB. Ohne solche Auffälligkeiten bleibt es unter 0,5 ‰ in der Regel folgenlos, sicher ist das aber nie.

0,5 Promille: die wichtigste Grenze

Für alle Autofahrer ohne Probezeit-Einschränkung ist die 0,5-Promille-Grenze entscheidend. Ab hier begehst du eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG. Beim ersten Verstoß drohen 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Bei wiederholten Verstößen steigen Bußgeld und Fahrverbot deutlich. Die genauen Beträge findest du in unserer Übersicht zu Strafen und Bußgeldern.

Wie viele Getränke bis zu dieser Grenze reichen, ist sehr unterschiedlich. Einen Anhaltspunkt gibt unsere Übersicht dazu, wie viel Promille du nach Bier oder Wein hast.

1,1 Promille: absolute Fahruntüchtigkeit

Ab 1,1 ‰ giltst du im Auto als absolut fahruntüchtig. Das ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat nach § 316 StGB. Es drohen eine Geld- oder Freiheitsstrafe, der Entzug der Fahrerlaubnis, mindestens drei Punkte und in vielen Fällen eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), bevor du den Führerschein zurückbekommst.

Promillegrenze für Fahrrad und E-Scooter

Viele glauben, auf dem Rad gebe es keine Regeln. Das stimmt nicht, die Grenzen sind nur andere.

Fahrrad

Auf dem Fahrrad liegt die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit bei 1,6 ‰. Ab hier ist das Radfahren eine Straftat und zieht in der Regel eine MPU nach sich, die auch deinen Autoführerschein gefährden kann. Schon ab 0,3 ‰ kann es strafbar werden, wenn du auffällig fährst oder stürzt.

E-Scooter

Ein E-Scooter gilt rechtlich als Kraftfahrzeug. Deshalb gelten hier die gleichen Grenzen wie beim Auto: 0,5 ‰ als Ordnungswidrigkeit, 1,1 ‰ als Straftat und 0,0 ‰ für Fahranfänger und alle unter 21. Wer den E-Scooter für harmlos hält, unterschätzt das Risiko für den Führerschein.

Welche Grenze gilt für wen?

Fahrzeug oder Gruppe
Grenze
Auto
0,5 ‰
E-Scooter
0,5 ‰
Fahranfänger und unter 21
0,0 ‰
Fahrrad
1,6 ‰

Häufige Fragen zu den Promillegrenzen

Welche Promillegrenze gilt in Deutschland?

Für die meisten Autofahrer gilt 0,5 ‰. Für Fahranfänger in der Probezeit und alle unter 21 gilt 0,0 ‰. Ab 1,1 ‰ ist das Fahren im Auto eine Straftat, auf dem Fahrrad ab 1,6 ‰.

Wie viel Promille darf ich mit dem Fahrrad haben?

Bis 1,6 ‰ ist Radfahren zwar nicht automatisch strafbar, doch schon ab 0,3 ‰ kann es bei Ausfallerscheinungen zur Straftat werden. Ab 1,6 ‰ liegt in jedem Fall eine Straftat mit MPU vor.

Gilt für den E-Scooter die gleiche Grenze wie fürs Auto?

Ja. Ein E-Scooter ist rechtlich ein Kraftfahrzeug. Es gelten dieselben Grenzen wie beim Auto: 0,5 ‰, 1,1 ‰ und 0,0 ‰ für Fahranfänger.

Was bedeutet die 0,0-Promille-Grenze?

Sie bedeutet, dass gar kein Alkohol im Blut sein darf. Sie gilt für Fahranfänger in der Probezeit und für alle Fahrer unter 21 Jahren, auch bei Restalkohol.

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Rechtsgrundlage: § 24a StVG (0,5-Grenze), § 24c StVG (0,0 für Fahranfänger) und § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr).